Nehmen Sie einen hellen Stift und zeichnen Sie zuerst die hellsten Strähnen ein, die das Licht treffen – das ist der schnellste Weg, aus einer flachen Fläche eine glänzende Haarpracht zu machen.

Vergleichen Sie die Techniken im Überblick, bevor Sie loslegen:

TechnikWirkungGeeignet für
Strichrichtung folgenNatürlicher Fall, mehr TiefeAlle Haarlängen
Highlights aussparenGlanz, VolumenPrinzessinnen mit langen Haaren
Basis + dunklere SchichtSchatten, BewegungBraune und schwarze Haare
Buntstift + AquarellWeiche ÜbergängeFantasy-Motive

Strichrichtung: Der wichtigste Schritt

Haare sind keine Fläche, sondern eine Richtung. Malen Sie deshalb immer in Wuchsrichtung – also vom Ansatz nach außen oder nach unten, je nach Frisur. Ein fester, gleichmäßiger Strich von der Stirn bis zu den Spitzen wirkt wie echte Strähnen. Vermeiden Sie kreisende Bewegungen, denn die erzeugen Flecken. Bei Locken führen Sie den Stift in kleinen Bögen, die der Lockung folgen. Für welliges Haar eignen sich kurze, wechselnde Striche, die sich überlappen. Entscheidend ist, dass Sie den Stift nicht zu stark aufdrücken – ein leichter Druck lässt die Papierstruktur durchscheinen und erzeugt Lebendigkeit.

Highlights: Glanzlichter statt weißer Flecken

Der größte Fehler beim Haareausmalen ist, alles gleichmäßig auszumalen. Stattdessen gilt: Lassen Sie einzelne Partien frei oder malen Sie sie mit einem helleren Ton aus. Diese hellen Stellen sind die Highlights, die das Haar glänzend aussehen lassen. Am besten setzen Sie sie dort, wo das Licht natürlich hinfällt: auf dem Oberkopf, an den Schläfen und an den äußeren Spitzen. Sie können die hellen Linien mit einem weißen Stift nachträglich aufsetzen oder sie von Anfang an aussparen. Wer mit Buntstiften arbeitet, nimmt für Highlights einfach einen helleren Farbton derselben Farbe – zum Beispiel Hellbraun auf Mittelbraun. Das wirkt weicher als reines Weiß. Für einen kräftigen Glanz reicht ein einziger schmaler Streifen entlang der oberen Haarkante, der sich bis zu den Spitzen zieht. Den Rest lassen Sie bewusst dunkler.

Basis plus dunklere Schicht: Tiefe erzeugen

Flache Flächen entstehen, wenn Sie nur eine einzige Farbe auftragen. Der Trick für mehr Tiefe ist eine zweite, dunklere Schicht. Gehen Sie so vor: Zuerst malen Sie die gesamte Haarpartie in der Grundfarbe aus. Danach setzen Sie mit einem dunkleren Ton Schatten, und zwar an den Stellen, wo das Haar zusammenliegt oder eine andere Strähne überlappt. Das sind zum Beispiel der Haaransatz, der Bereich hinter den Ohren und die Unterseite der Ponysträhnen. Dort führen Sie den Stift mit kurzen Strichen in Wuchsrichtung und verwischen die Kanten leicht – entweder mit dem Finger oder mit einem Papierwischer. So entsteht ein weicher Übergang. Wichtig: Die dunklere Schicht nie flächig auftragen, sondern nur als schmale Linien oder Schattenflecken. Dann sieht das Haar aus, als hätte es Bewegung, und nicht wie eine ausgeschnittene Form.

Die richtigen Farben für jede Haarfarbe

Blond: Hell, aber nicht weiß

Blond ist nicht gleich Blond. Für natürliche blonde Strähnen nehmen Sie ein warmes Mittelgelb als Basis und setzen mit einem Ockerton oder Hellbraun Schatten. Die hellsten Stellen bleiben fast weiß – aber nur in schmalen Linien. Vermeiden Sie grelles Zitronengelb, das wirkt künstlich. Ein Stich ins Goldene macht das Haar sonnig, ohne zu verblassen.

Braun: Von Karamell bis Schokolade

Braune Haare leben von Kontrasten. Als Basis eignet sich ein mittleres Braun, für die Schatten ein dunkleres Schokoladenbraun. Die Highlights setzen Sie mit einem warmen Karamellton oder einem hellen Goldbraun. Das verhindert, dass die Frisur flach und leblos wirkt. Achten Sie darauf, dass die helleren Striche schmal bleiben – sonst entstehen Flecken.

Schwarz: Tiefe statt Schwärze

Reines Schwarz wirkt oft wie eine Fläche. Besser: Sie nehmen ein dunkles Grau oder ein sehr dunkles Blaugrau als Schatten und darüber ein tiefes Schwarz. Die hellsten Strähnen erhalten einen leichten Silberton oder ein helles Grau. Das gibt dem Haar Glanz, ohne es aufzuhellen. Gerade bei schwarzen Haaren ist die Strichrichtung besonders wichtig, weil der Kontrast fehlt – nur durch die Bewegung entsteht die Illusion von Haar.

Rot: Kupfer, Feuer und Tiefe

Rotes Haar bietet die größte Farbvielfalt. Ein sattes Kupferrot als Basis, dazu ein dunkleres Rotbraun für Schatten und ein helles Apricot oder ein blasses Gelb für Highlights. So wirken die Haare leuchtend, aber nicht grell. Bei Rot gilt: weniger ist mehr. Zu viele helle Striche lassen das Haar schnell unruhig aussehen. Konzentrieren Sie die Highlights auf den Oberkopf und die vorderen Strähnen.

Fantasiefarben: Mut zur Schichtung

Bei Fantasiefarben wie Pink, Lila oder Blau können Sie mit mehreren Tönen arbeiten, die ineinander übergehen. Ein heller Ton als Basis, ein dunklerer in der gleichen Farbfamilie für die Schatten. Zwei verschiedene Farben wie Pink und Violett lassen sich an den Übergängen vermischen, wenn Sie sie mit kurzen Strichen überlappen. Für einen besonders schönen Effekt verwenden Sie Aquarellstifte – die Technik dafür erklärt der Ratgeber zu Aquarell auf Ausmalbildern. Bei Fantasiefarben können Sie auch ungewöhnliche Highlight-Farben wie Weiß oder Hellgelb einsetzen, um Glanz zu simulieren.

Der Glanzstreifen: Das Geheimnis für seidiges Haar

Ein einzelner, heller Streifen entlang der oberen Haarkante macht mehr aus als jede andere Technik. Er simuliert die Lichtreflexion, die echtes Haar glänzen lässt. Zeichnen Sie diesen Streifen entweder mit einem sehr hellen Ton der Grundfarbe oder mit einem weißen Stift. Wichtig: Der Streifen sollte nicht zu dick sein und sich von der Stirn bis zu den Spitzen ziehen. Bei glatten Haaren bleibt er durchgehend, bei welligen Haaren dürfen Sie ihn in kurzen Unterbrechungen setzen. Wenn Sie mit Buntstiften arbeiten, können Sie den Streifen nachträglich mit einem Knetradierer aufhellen – das ergibt einen weichen, natürlichen Effekt. Der Glanzstreifen funktioniert bei jeder Haarfarbe, auch bei dunklen Tönen, solange der Kontrast ausreicht.

Wer die Technik anders handhaben sollte

Wenn Sie mit sehr dicken Buntstiften oder Wachsmalkreiden arbeiten, ist der feine Strich schwieriger. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Strähnen mit der Spitze des Stifts zu zeichnen und den Druck zu variieren. Wer mit Filzstiften arbeitet, sollte auf die Strichrichtung verzichten, weil die Tinte verläuft – hier hilft es, die Fläche zuerst mit einem hellen Ton auszumalen und dann mit einem dunkleren Ton Schatten zu setzen. Kleine Kinder, die noch nicht so viel Kontrolle über den Stift haben, profitieren eher von großen Flächen und einfachen Farbverläufen – für sie gibt es passende Ausmalbilder für jedes Alter. Und wenn Sie lieber mit Wachsmalstiften arbeiten, finden Sie im Ratgeber zum sauberen Ausmalen zusätzliche Tipps. Für alle anderen gilt: Üben Sie zuerst an einer kleinen Strähne, bevor Sie die ganze Frisur angehen – das spart Zeit und Ärger.

Vorbereitung: Das richtige Material und PDF-Ausmalbilder

Bevor Sie beginnen, stellen Sie sicher, dass Ihr Ausmalbild sauber gedruckt ist. Wenn Sie die Vorlage als PDF heruntergeladen haben, lesen Sie den Ratgeber zum Öffnen, Drucken und Bearbeiten von PDF-Ausmalbildern. Eine glatte Papierqualität erleichtert das Schichten der Farben, weil die Stifte besser gleiten. Wenn Sie mehrere Schichten auftragen möchten, testen Sie die Farben auf einem separaten Blatt – das verhindert unschöne Überraschungen. Die Farbwahl selbst können Sie mit dem Ratgeber zur Farbenlehre für Ausmalbilder planen. Und wenn Sie unsicher sind, welche Farben zusammenpassen, orientieren Sie sich an echten Haarfarben aus Zeitschriften oder an Ihrem eigenen Haar.

Ideen für Prinzessinnen- und Fantasy-Motive

Besonders gut kommen die Strähnen-Techniken bei Prinzessinnen-Motiven zur Geltung, weil dort oft lange, offene Haare vorkommen. Auf der Seite Prinzessinnen Ausmalbilder finden Sie viele Vorlagen mit üppigen Mähnen, die sich für diese Technik eignen. Bei Fantasiefiguren wie Elfen oder Feen dürfen Sie auch mit ungewöhnlichen Farben experimentieren – die Fantasy Ausmalbilder bieten dafür reichlich Gelegenheit. Denken Sie daran: Je länger die Haare im Bild, desto wichtiger ist die Richtung der Striche. Üben Sie an einer kleinen Stelle, wenn Sie unsicher sind – das gibt Sicherheit und das Ergebnis wird garantiert nicht flach.