Nehmen Sie ein Blatt aus einem handelsüblichen Druckerpaket und Sie werden sehen: Die Farbe zieht sofort ein, das Papier wellt sich und die Konturen verschwimmen. Ja, Aquarell auf Ausmalbildern ist möglich – aber nur, wenn Sie drei Dinge beachten: das richtige Papier, den richtigen Drucker und die richtige Technik. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es ankommt, damit Ihre Wasserfarben auf den Vorlagen von Color.mr sauber zur Geltung kommen.

Das richtige Papier: Nicht jedes Blatt taugt für Aquarell

Normales Kopierpapier saugt die Feuchtigkeit wie ein Schwamm auf. Die Folge: Die Farben verlaufen unkontrolliert, und das Papier wellt sich. Für Aquarellfarbe brauchen Sie ein Papier, das Wasser standhält – ideal ist Aquarellpapier ab einer Stärke von 200 g/m². Sie können aber auch ein schweres Zeichenpapier mit rauer Oberfläche verwenden. Entscheidend ist, dass die Oberfläche nicht zu glatt ist, denn sonst perlt die Farbe ab. Wenn Sie sich unsicher sind, testen Sie ein Blatt zuerst mit einem feuchten Pinselstrich. Bleibt das Papier glatt und saugt die Feuchtigkeit langsam auf, ist es geeignet.

Druckerart: Laser oder Tinte? Das entscheidet über die Konturen

Die größte Gefahr beim Aquarellieren auf Ausmalbildern ist das Auslaufen der Druckfarbe. Tintenstrahldrucker verwenden wasserlösliche Tinte – sobald der Pinsel die Linien berührt, verwischt die schwarze Kontur zu einer grauen Wolke. Laserdrucker dagegen fixieren den Toner mit Hitze auf dem Papier. Der Toner ist wasserfest und bleibt auch bei nassem Pinsel scharf. Wenn Sie also die Wahl haben: Drucken Sie Ihre Ausmalbilder auf einem Laserdrucker. Besitzen Sie nur einen Tintenstrahldrucker, können Sie die Konturen nach dem Drucken mit einem wasserfesten Fineliner nachziehen – das ist zwar etwas Arbeit, sichert aber ein sauberes Ergebnis.

Die richtige Technik: Mit dünnen Schichten zum Erfolg

Aquarellfarbe ist transparent. Das bedeutet: Sie müssen in mehreren dünnen Schichten arbeiten, um Farbtiefe zu erzielen. Beginnen Sie immer mit einer hellen Grundierung und lassen Sie jede Schicht vollständig trocknen, bevor Sie die nächste auftragen. So vermeiden Sie, dass die Farben im Papier ineinanderlaufen und schlammig werden. Verwenden Sie außerdem nicht zu viel Wasser – ein gut ausgedrückter Pinsel ist die halbe Miete.

Schritt für Schritt: So malen Sie Ihre Ausmalbilder mit Aquarell aus

  1. Drucken Sie das Motiv auf einem Laserdrucker aus. Wählen Sie eine Vorlage aus der Kategorie Natur Ausmalbilder oder den Themen Ausmalbildern, die Ihnen zusagt. Achten Sie darauf, dass das Papier für Wasserfarben geeignet ist.
  2. Befestigen Sie das Blatt an den Rändern mit Klebeband auf einer Unterlage. Das hält das Papier glatt und verhindert, dass es sich beim Trocknen wellt. Nutzen Sie dafür ein spezielles Klebeband, das sich nach dem Trocknen leicht ablösen lässt.
  3. Mischen Sie Ihre Farben mit viel Wasser an. Die Konsistenz sollte wie dünne Milch sein – nicht zu dick, nicht zu dünn. Tragen Sie die erste Schicht mit einem weichen Pinsel auf, der nur wenig Farbe aufnimmt.
  4. Lassen Sie jede Schicht vollständig trocknen. Das dauert je nach Papiermenge und Luftfeuchtigkeit einige Minuten. Sie können die Trockenzeit nutzen, um einen anderen Bereich des Bildes zu gestalten – aber achten Sie darauf, dass Sie nicht auf bereits feuchte Flächen stoßen.
  5. Setzen Sie nach dem Trocknen Akzente mit Buntstiften. Die Kombination aus Aquarell und Stift ist besonders effektiv: Die Wasserfarben liefern weiche Übergänge, die Stifte sorgen für feine Details und kräftige Konturen. Gerade bei kleinen Flächen wie Augen oder Blütenblättern sind Buntstifte präziser als der Pinsel.

Die richtige Unterlage: So bleibt das Papier glatt

Wenn Sie das Blatt nicht aufkleben, wellt es sich beim Trocknen – das ist normal. Die Wellen lassen sich aber vermeiden: Legen Sie das bemalte Blatt nach dem Trocknen für einige Stunden unter einen Stapel Bücher. Noch einfacher ist es, das Papier vor dem Malen auf einer harten Unterlage zu befestigen. Kleben Sie die Ränder mit einem Abklebeband für Maler ab, das sich später rückstandsfrei entfernen lässt. Achten Sie darauf, dass das Klebeband vollständig auf der Unterlage aufliegt, damit keine Farbe darunterläuft.

Fehler, die Sie vermeiden sollten: Zu viel Wasser und zu wenig Geduld

Der häufigste Fehler beim Aquarellieren auf Ausmalbildern ist, zu viel Wasser auf einmal zu verwenden. Die Folge: Das Papier wird durchnässt, die Konturen verlaufen, und die Farben trocknen fleckig. Arbeiten Sie stattdessen mit einem nur leicht feuchten Pinsel und tragen Sie die Farbe in mehreren dünnen Schichten auf. Der zweithäufigste Fehler ist Ungeduld: Wer die nächste Schicht aufträgt, bevor die erste getrocknet ist, vermischt die Farben ungewollt. Nehmen Sie sich Zeit und warten Sie, bis das Papier sich wieder trocken anfühlt. Wenn Sie diese zwei Punkte beachten, steht einem gelungenen Aquarellbild mit Ihren Lieblingsmotiven nichts mehr im Weg. Weitere Anregungen zum Umgang mit verschiedenen Malutensilien finden Sie im Ratgeber Sauber ausmalen mit Wachsmalstiften: Tipps – auch wenn es dort um Wachsmalstifte geht, ist der Grundgedanke derselbe: weniger ist oft mehr. Und wer sich für die richtige Farbwahl interessiert, wird in der Farbenlehre für Ausmalbilder: So wählst du fündig. Für die jüngeren Künstlerinnen und Künstler empfehlen sich übrigens die Ausmalbilder für Kleinkinder: Tipps & Vorlagen – dort sind die Motive einfacher gehalten, was den Einstieg erleichtert. Und falls Sie noch unsicher sind, wie Sie die PDF-Dateien optimal ausdrucken, hilft Ihnen der Ratgeber PDF-Ausmalbilder öffnen, drucken & bearbeiten weiter. Die Auswahl an passenden Vorlagen finden Sie auf der Übersichtsseite zu den Themen Ausmalbildern – dort ist für jeden Geschmack etwas dabei.